Akt Fotoshooting in Trier

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»Nichts als Nackte! Kunst? Das ist doch Sünde!« Irgendwann hatte Michelangelo sie satt, die Nörgelei des Zeremonienmeisters von Papst Paul III. an seinen Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle. Kurzerhand versah Michelangelo beim Jüngsten Gericht (1536–1541) einen Teufel mit des Kritikers Angesicht, verlieh ihm Eselsohren – und stellte ihn nackt dar, ganz nackt … mit Billigung des Papstes! Man sieht: Immer schon lag es im Auge des Betrachters, ob Nacktheit als »ästhetisch-sinnlich«, »erotisch« oder »pornografisch-vulgär« wahrgenommen wird – wobei Künstler sich in der Regel nicht scheuen, Tabus zu brechen. »Akt« leitet sich ab von lateinisch agere = sich bewegen; ursprünglich war damit eine Bewegungsstudie eines nackten oder nur teilweise bekleideten Menschen (Halbakt) gemeint. Heute wird »Akt« für jede bildliche Darstellung eines entblößten Körpers verwendet.

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Steinzeitliche Venusstatuetten sind erste, kultische Aktdarstellungen. Muskulös, durchtrainiert – so stellten sich die Griechen den idealen männlichen Körper vor. Aktplastiken nehmen eine herausragende Stellung in ihrer Kunst ein. Im Mittelalter werden Aktbildnisse nur bei religiösen Themen geduldet. Mit Beginn der Renaissance im 15. Jahrhundert ändert sich dies: Die Welt und der Mensch, auch in seiner Körperlichkeit, rücken ins Zentrum des Interesses. Van Eycks Adam und Eva des Genter Altars (1432) gilt als eines der ersten neuzeitlichen Aktporträts. Die erste Aktfreifigur der Neuzeit entsteht um 1430: der Bronzedavid von Donatello. Das Studium des nackten menschlichen Körpers wird von nun an systematisiert und zum Schwerpunkt der akademischen Ausbildung gemacht, Leonardo da Vinci (1452–1519) und Dürer (1471–1528) sind hierbei herausragende Namen.

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Apoll, Diana, Venus – das antike Götterensemble erweist sich als stete Inspirationsquelle für die Aktkunst, aber auch allegorische Darstellungen durch unbekleidete Frauen, etwa der Schönheit oder der Liebe, werden sehr beliebt. Giorgiones Ruhende Venus (1508) gehört zu den bahnbrechenden Werken der abendländischen Malerei: Erstmals präsentiert sich eine einzelne nackte, fast lebensgroße Frau, die im Vordergrund einer arkadischen Landschaft lagert; Assoziationen an ein Goldenes Zeitalter, frei von zivilisatorischen Zwängen, sollen geweckt werden.
Dieses Sujet wird durch die Jahrhunderte kopiert; Tizians Venus von Urbino (1538) etwa nimmt fast die gleiche Pose ein, allerdings befindet sie sich in einem bürgerlichen Interieur, ebenfalls ein Motiv, das zum Modellfall wird.

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Eine »barocke Schönheit« – klar, was damit gemeint ist. Rubens pralle Damen, beispielweise in seinem Gemälde Raub der Töchter des Leukippos (1617), haben entscheidend dazu beigetragen, ebenso Rembrandts Danae (um 1636) oder Velázquez Venus mit Spiegel (1651). Man legte Wert auf Monumentalität und bahnbrechend Neues: Ohne mythologische oder historische Einkleidung liegt sie da, Louise O’ Murphy, die Mätresse Ludwigs XV. Goya allerdings bekommt die Macht der Inquisition zu spüren für seine Nackte Maja (um 1797), denn ihre Nacktheit ist ebenfalls nicht in irgendeiner Weise mythologisch oder allegorisch entschuldigt.

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Und im Gegensatz zu Bouchers Mädchenbild, das man voyeuristisch betrachten kann, da sie den »männlichen Blick« nicht erwidert, ist sie eine Frau, die den Betrachter mit vollem Wissen um ihre erotische Ausstrahlung unverblümt taxiert. Ein Skandal! Ähnliche Reaktionen rufen 1863 Manets Olympia (eine Prostituierte!) und sein Frühstück im Grünen (eine selbstbewusste nackte Frau unter bekleideten Männern!) hervor. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebt die weibliche Aktmalerei einen Höhepunkt; entscheidend sind dabei die Impressionisten Manet, Renoir, Degas und Bonnard.

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Auch Rodin, der die moderne Bildhauerei begründet, ist Impressionist. Geradezu besessen von den Frauen soll er gewesen sein; er erhebt den Torso zum eigenständigen Motiv, etwa in Iris, die Götterbotin (1890/91). Berühmt ist auch sein Kuss von 1886. Modigliani warf man vor, seine Anfang des 20. Jahrhunderts entstandenen, einfach nur schönen Akte, seien wie Playboy-Centerfolds angelegt.

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»Umgekehrt!« rufen seine Verteidiger: Es war Modigliani, der den »Close-Up« erfunden hat. Ohne diesen Schicklichkeitsabstand ist kein Platz für überhöhende Anspielungen und aus diesem erklärt sich auch das rechteckige Format, in dem seine Frauen in stark überlängtem Stil dargestellt sind.

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Cézanne, einer der »Väter der Moderne«, greift in seinen Großen Badenden (1900–1905) das Motiv des Goldenen Zeitalters wieder auf; auch Matisses Lebensfreude (1905/06) tut dies. Der Fauvist Matisse wollte, genau wie Cézanne, die Moderne mit zeitloser, harmonischer Klassizität versöhnen. Nichts wäre jedoch Picasso zu diesem Zeitpunkt ferner gelegen: In seinen Demoiselles d ´Avignon (1907) greift er zwar wie Cézanne auf geometrische Körper zurück, um seine fünf nackten Prostituierten zu porträtieren – aber er gibt auch gleichzeitig Vorder- und Seitenansichten wieder, löst damit die Zentralperspektive auf – und bringt das Schlüsselwerk des Kubismus hervor. 

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Liebe und Gewalt – in Picassos surrealistischer Phase zwischen 1925 und 1940 tauchen immer wieder weibliche Akte und der Stiermensch Minotaurus auf. Im Spätwerk schließlich setzt sich Picasso mit Malerkollegen auseinander; etliche Variationen zu Manets Frühstück im Freien entstehen in den 1960er-Jahren. Der Eros zieht sich also wie ein roter Faden durch Picassos gesamtes Werk – ja, durch die gesamte abendländische bildende Kunst!

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Mit dem Bedeutungsverlust von Bildgenres wie der Malerei im 20 Jahrhundert mag der »klassische Akt« an Bedeutung verlieren; für die Kunst und ihre neuen Darstellungsformen bleibt der nackte menschliche Körper aber weiterhin die Inspirationsquelle überhaupt.

Aktfotoshooting in Trier bei Photoyaph ist ein Erlebnis.

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